{"schema_version":"1.0","service":"Publicasta","type":"article","id":859,"slug":"october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test","title":"Ein G3-Sturm ist bereits eingetroffen: Mit FT8 und WSPR die HF-Erholung am 11. Oktober messen","excerpt":"Nach G3-Aktivität am 10. Oktober wirken die CME-Folgen am 11. und 12. Oktober weiter. Mit einem kontrollierten Protokoll für FT8, WSPR und Sprachfunk lässt sich erkennen, ob sich die Ausbreitung oder die eigene Station verändert hat.","language":"de","default_language":"en","canonical_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=de","image":{"url":"https://publicasta.com/storage/projects/40/pages/859/2026/10/04238bc4-c3a3-4428-8400-182c0d185b5e.webp","alt":"Amateurfunkstation überwacht die FT8- und WSPR-Ausbreitung während eines geomagnetischen Sturms"},"publisher":{"id":40,"slug":"ham_radio_diy_electronics","name":"Ham Radio & DIY Electronics","url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics"},"author":{"name":"Anton Es"},"published_at":"2026-10-11T17:11:23+00:00","updated_at":"2026-10-11T17:11:23+00:00","content_markdown":"Die nützliche Nachricht für den HF-Betrieb lautet nicht, dass ein geomagnetischer Sturm eine eindrucksvolle Einstufung erhalten hat. Entscheidend ist, dass die Störung einen seltenen Vergleich ermöglicht: dieselbe Station, dieselben Bänder und dieselbe Software lassen sich über eine klar erkenn­bare Veränderung der Weltraumwetterlage hinweg beobachten. Wer diese Vergleiche festhält, macht aus dem Ereignis ein Ausbreitungsexperiment statt eines weiteren Nachmittags mit der Frage, ob vielleicht die Antenne ausgefallen ist.\n\n ![Amateurfunkstation überwacht die FT8- und WSPR-Ausbreitung während eines geomagnetischen Sturms](https://publicasta.com/storage/projects/40/pages/859/2026/10/04238bc4-c3a3-4428-8400-182c0d185b5e.webp)\n\n Nach der am 11. Oktober 2026 veröffentlichten Vorhersage des NOAA Space Weather Prediction Center hatte die Erde bereits eine stärkere Störung erlebt, als die ursprüngliche Warnung erwarten ließ. NOAA meldete in den vorangegangenen 24 Stunden einen maximalen planetaren Drei-Stunden-Kp-Wert von 7, entsprechend G3. Die aktuelle Drei-Tage-Prognose erwartete für den 11. und 12. Oktober Bedingungen zwischen G1 und G2; der höchste erwartete Drei-Stunden-Kp-Wert war mit 5,67 angegeben. Das ist eine Vorhersage, keine Zusage. Zeitpunkt und Stärke hängen unter anderem vom Magnetfeld des Sonnenwinds ab, besonders von der Dauer eines nach Süden gerichteten Bz, sowie davon, welche Strukturen der CMEs die Erde tatsächlich passieren.\n\n Die Aufgabe des Funkamateurs besteht deshalb nicht darin, einen bestimmten Signalpegel vorherzusagen. Er sollte Beobachtungen anlegen, die auch unter wechselnden Bedingungen belastbar bleiben. FT8 und WSPR helfen, weil sie zeitgestempelte, maschinenlesbare Daten erzeugen. Sie sind jedoch keine magischen Ausbreitungsmesser. Ein fehlender Spot kann auf einen schwachen Pfad, ein Empfangs- oder Internetproblem, ein überfülltes Teilband, eine Decoder-Einstellung oder einen nicht mehr sendenden Operator zurückgehen. Ein kurzer Testplan, der diese Variablen kontrolliert, sagt erheblich mehr aus als ein einzelner Wasserfall-Screenshot.\n\n ## Was sich in der Vorhersage geändert hat\n\n NOAAs erste Warnung vom 11. Oktober bezog sich auf zwei CMEs, die am 7. und 8. Oktober ausgestoßen worden waren. Der schnellere CME vom 8. Oktober sollte den langsameren vom 7. Oktober auf dem Weg zur Erde einholen. Am 10. Oktober war das Ereignis von einer Vorhersagediskussion zu einer beobachteten Störung übergegangen. NOAA meldete einen gegen etwa 1434 UTC beginnenden CME-Eintreffvorgang und am Magnetometerstandort Niemegk um 1516 UTC einen plötzlichen Impuls von 56 nT. Später am selben Tag meldete SWPC ab 1758 UTC geomagnetische Sturmstärken der Klasse G3.\n\n Die Vorhersage für den folgenden Tag erwartete für den 11. bis 13. Oktober weiterhin eher moderate Bedingungen, beschrieb aber auch den anhaltenden Einfluss mehrerer CMEs sowie mögliche Effekte eines Hochgeschwindigkeitsstroms aus einem koronalen Loch. Im selben Vorhersagezyklus registrierte NOAA am 10. Oktober aus der aktiven Region 4549 einen M6.4-Flare mit Maximum um 1510 UTC. Damit verbunden waren ein Typ-II-Radiosweep und ein neuer CME, der zunächst wie ein Beinahevorbeiflug aussah. Die Vorhersagediskussion schloss nach späterer Analyse eine streifende Wechselwirkung am 12. Oktober nicht aus. Diese Einzelheiten sind wichtig: Ein geomagnetischer Sturm und ein solches solares Radioereignis gehören zwar zum Weltraumwetter, sind aber nicht dasselbe Ereignis.\n\n Eine geomagnetische Störung der G-Skala beschreibt Veränderungen im erdnahen Magnetfeld. Ein Radio-Blackout der R-Skala wird hauptsächlich durch verstärkte Röntgen- und extrem ultraviolette Strahlung eines Flares ausgelöst und wirkt sich meist rasch auf der sonnenbeschienenen Seite aus. NOAA stuft den Flare vom 10. Oktober als R2 ein. Für den 11. und 12. Oktober gab die Behörde eine Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent für R1- bis R2-Radio-Blackouts und von 15 Prozent für R3 oder höher an. Diese Prozentsätze sind Planungsinformationen, keine Garantie dafür, dass der eigene Empfänger zu einer bestimmten Minute verstummt.\n\n Für eine Amateurfunkstation können mehrere Mechanismen zusammenfallen: Ein Flare kann die Absorption in der unteren Ionosphäre auf der Tagseite erhöhen; ein CME-bedingter Sturm kann später Ionosphärendichte und Ausbreitungsgeometrie verändern; darunter läuft der normale Wechsel von Tag und Nacht weiter. Wer diese Effekte auseinanderhalten will, braucht UTC-Zeitstempel und Notizen für jedes Band.\n\n ## Das Empfängerproblem: Ist das Band tot oder die Station defekt?\n\n Die schnellste Art, einen Sturm falsch zu deuten, besteht darin, eine einzelne Beobachtung sofort in eine Diagnose umzuwandeln. „Auf 20 Metern habe ich nichts gehört“ reicht nicht. Daraus geht weder hervor, ob das Band leer war, der Pfad ungünstig lag, die Gegenstation überhaupt sendete oder der lokale Rauschpegel gestiegen war. „Die FT8-Decodierungen sind zurückgegangen“ ist besser, bleibt aber unvollständig, solange nicht feststeht, wie viele Zyklen tatsächlich überwacht wurden und ob die Software unverändert konfiguriert war.\n\n Ein brauchbares Sturmtagebuch beantwortet für jede Beobachtung fünf Fragen:\n\n - Wie lauteten das genaue UTC-Datum und die genaue UTC-Zeit?\n- Welches Band, welcher Frequenzabschnitt und welche Betriebsart wurden verwendet?\n- Empfang, Senden oder beides?\n- Was änderte sich gegenüber einer ruhigen Referenzmessung derselben Station?\n- Zeigte ein anderes Band oder ein unabhängiger Empfänger dieselbe Veränderung?\n\n Die Vergleichsstation muss kein Labor sein. Schon Beobachtungen auf 40 und 20 Metern können eine erste Kontrolle liefern, solange Antenne, Speiseleitung, Leistung, Software und Betriebsort unverändert bleiben. Öffentliche WSPR- und PSK-Reporter-Daten können eine weitere Ebene hinzufügen. Sie sollten jedoch als Bestätigung und nicht als Beweis für einen lokalen Fehler gelten.\n\n ## Eine Referenz aufbauen, bevor etwas geändert wird\n\n Wer noch kein Protokoll begonnen hat, sollte mit einer kurzen Referenzmessung anfangen, sobald die Station stabil läuft. Antenne nachstimmen, ein neues Plugin installieren, Audiopegel verändern und anschließend das Ergebnis als Sturmmessung auszugeben, führt in die Irre. Notiere die Einstellungen, die während des Vergleichs beibehalten werden sollen.\n\n Für FT8 gehören dazu die WSJT-X- oder JTDX-Version, die Radio-Dialfrequenz, die Regel für die Audio-Sendefrequenz, das Verfahren zur Zeitsynchronisation, die Empfängerbandbreite und die Information, ob Split-Betrieb aktiviert ist. Eine Abweichung der Computeruhr von nur einer Sekunde kann das Decodieren verschlechtern, obwohl der Pfad gut ist. Deshalb sollte der Uhrenstatus festgehalten werden, bevor die Ausbreitung verantwortlich gemacht wird. Prüfe, ob die Zeitquelle des Computers arbeitet und ob das Funkgerät temperaturbedingt deutlich driftet.\n\n Für WSPR werden Band, Sendeleistung, Antenne, geplantes Sendeintervall und die Frage benötigt, ob auf der für die Region üblichen WSPR-Frequenz gesendet wird. Erhöhe die Leistung während des Experiments nicht. Ziel ist die Beobachtung des Pfades, nicht ein stärkeres Signal, das eine Empfangsänderung verdeckt. WSPR ist eine Schwachsignal-Bakenbetriebsart; sie ersetzt weder eine rechtmäßige Leistungsmessung noch die Prüfung, ob der Sender korrekt arbeitet.\n\n Eine minimale Referenztabelle kann so aussehen:\n\n ```text\nUTC-Beginn–Ende | Band | Mode | Rx/Tx | Leistung | Antenne | Decodes/Spots | Rauschen | Notizen\n18:00–18:30     | 20 m  | FT8  | Rx    | —         | Dipol   | 42             | S4        | Uhr normal\n18:30–19:00     | 40 m  | FT8  | Rx    | —         | Dipol   | 67             | S5        | lokaler Abend\n19:00–19:10     | 20 m  | WSPR | Tx/Rx | 5 W       | Dipol   | 11 Spots       | S4        | keine Änderung\n```\n\n Die genaue Anzahl ist weniger wichtig als die Einheitlichkeit. Eine 30-Minuten-Probe ist aussagekräftiger als eine einzelne beeindruckende Decodierung, weil sie zeigt, ob die Änderung über mehrere Empfangszyklen anhielt. Wenn möglich, sollte die Referenz auf zwei oder drei Bändern erhoben werden. Das wertvollste Muster lautet nicht „ein Band hat funktioniert“, sondern etwa: „20 Meter behielt regionale Spots, 10 Meter verlor entfernte Spots und 40 Meter gewann nächtliche Pfade.“\n\n ## FT8 als wiederholbare Sonde einsetzen\n\n FT8 eignet sich für dieses Ereignis, weil die Betriebsart mit festen Sende- und Empfangsperioden von 15 Sekunden arbeitet, Signalberichte in Dezibel liefert und Zeitstempel erzeugt. Während eines Sturms treten ihre Grenzen allerdings deutlicher hervor. Eine überfüllte Frequenz, ein starkes lokales Signal, ein falscher Dial-Offset oder eine Übersteuerung des Empfängers kann die Decodierzahl verändern, ohne dass sich die Ionosphäre geändert hat.\n\n Halte die Empfangskette in jedem Vergleichsblock unverändert. Wenn die Station gewöhnlich automatisiert läuft, sollte sie weiterlaufen, statt dass ständig manuell Stationen angeklickt werden. Bei manuellem Betrieb sollte notiert werden, ob jeder Bericht von einem CQ, einer Antwort oder einem abgeschlossenen Austausch stammt. Viele Decodierungen von nur einer nahen Quelle sind nicht dasselbe wie eine allgemein verfügbare Ausbreitung.\n\n Für einen einfachen Test können 20, 17, 15 und 10 Meter in getrennten Blöcken von jeweils 20 oder 30 Minuten überwacht werden; später am lokalen Abend folgen 40 und 80 Meter. Die Reihenfolge darf je nach Standort variieren, muss aber im Log sichtbar bleiben. Aus 10 Metern darf erst dann auf schlechtere Bedingungen als auf 20 Metern geschlossen werden, wenn beide Bänder bei einigermaßen vergleichbarer Sonnenbeleuchtung und Aktivität beobachtet wurden. Ein Bandwechsel ist kein kontrolliertes Experiment, wenn sich zugleich Ortszeit, Antennenrichtung oder Empfängerbandbreite ändern.\n\n Erfasse mehr als die Zahl der Decodierungen. Nützlich sind der Median des Signalberichts, die Zahl eindeutiger Rufzeichen, die Zahl der Großfelder, der stärkste und schwächste Bericht sowie die Zahl abgeschlossener Verbindungen. Wenn die Logging-Software ADIF oder CSV exportieren kann, sollten die Rohdaten vor dem Filtern gesichert werden. Eine spätere Auswertung kann zeigen, dass der Median stabil blieb, während die Zahl entfernter Großfelder einbrach. Das ist ein anderes Ergebnis als ein vollständiger Ausfall.\n\n Bei automatisierten Meldungen ist besondere Vorsicht angebracht. Ein Spotting-Netz kann ein inaktives Band belebt erscheinen lassen, während eine Internetunterbrechung eine aktive Station still erscheinen lässt. Wenn der eigene Empfänger weiterhin lokale Signale decodiert, aber die Online-Karte nicht mehr aktualisiert wird, sollte zuerst der Netzwerkpfad geprüft werden. Umgekehrt beweist ein intaktes Netzwerk nicht, dass der HF-Pfad intakt ist.\n\n ## WSPR für einen langsameren Vergleich ergänzen\n\n WSPR liefert eine andere Art von Beleg. Die Aussendungen dauern länger und die Berichte sind gewöhnlich spärlicher als bei FT8. Ein konstantes Signal mit niedriger Leistung kann jedoch über viele Empfangsstationen einen brauchbaren Vorher-Nachher-Vergleich ermöglichen. Die beste Frage lautet nicht „Wie viele WSPR-Spots habe ich erhalten?“, sondern: „Hat sich die Verteilung der Empfangsstationen, der Signalberichte und der Pfadlängen verändert, während Sender und Antenne gleich blieben?“\n\n Wer WSPR nutzt, sollte eine feste Leistung wählen und beibehalten. Stelle sicher, dass die Software nicht mehr Sendezeit einplant, als Station, Lizenzbedingungen, Kühlung und lokaler Bandplan erlauben. Prüfe Frequenz und Betriebsart für die eigene Rechtsordnung. Ein Schwachsignaltest ist niemals ein Grund, außerhalb einer zulässigen Zuweisung zu senden. Wo örtliche Regeln unbeaufsichtigten Betrieb begrenzen oder zusätzliche Kontrolle verlangen, sind diese Regeln einzuhalten.\n\n Ein Sturm kann die Zahl langer Pfade verringern, während kurze Pfade erhalten bleiben. Er kann außerdem vorübergehende Verbesserungen auf bestimmten hochbreitigen oder auroralen Pfaden erzeugen, die keine normale weltweite Ausbreitung darstellen. Sortiere Spots nach Entfernung, Azimut und Empfangsgroßfeld, statt nur die Gesamtsumme anzusehen. Wenn dieselben nahen Empfänger weiter melden, entfernte Empfänger aber verschwinden, ist das eine aussagekräftige Änderung der Pfadverteilung. Das ist nicht automatisch ein Senderfehler.\n\n Auch der umgekehrte Test ist wertvoll. Wenn die Station eine große Auswahl von WSPR-Sendern hört, die eigenen Aussendungen aber bei keiner meldenden Station auftauchen, sollten Sender, Speiseleitung, Antennenschalter und Leistung geprüft werden, bevor die Ionosphäre verantwortlich gemacht wird. Ein reiner Empfangstest kann keinen Fehler auf der Sendeseite erkennen.\n\n ## Flare- und geomagnetische Phase trennen\n\n Das Ereignis im Oktober erinnert daran, das Protokoll in Phasen zu teilen. Während oder kurz nach einem stärkeren Flare kann die sonnenbeschienene Seite rasch mehr HF-Absorption zeigen. Diese Änderung kann schnell auftreten und auf Pfaden am stärksten sein, deren Reflexionspunkte beleuchtet sind. Eine geomagnetische Reaktion nach dem Eintreffen eines CME ist langsamer und variabler. Sie kann nutzbare Frequenzen, Absorption, Unregelmäßigkeiten und die Stabilität von Pfaden über Stunden verändern.\n\n Zwinge nicht beide Beobachtungen in eine einzige Erklärung. Ein vorübergehender Rückgang der Tagesberichte auf 20 Metern nahe dem Flare-Maximum ist nicht dieselbe Evidenz wie ein breiter Einbruch hochbreitiger Pfade mehrere Stunden nach der geomagnetischen Störung. Markiere die offiziellen Ereigniszeiten in der Tabelle und vergleiche die Funkdaten in Zeitfenstern davor und danach.\n\n Ein praktischer Zeitplan für den 11. Oktober sieht so aus:\n\n - Markiere den M6.4-Flare vom 10. Oktober mit Maximum um 1510 UTC sowie das gemeldete CME-Eintreffen vom 10. Oktober um 1434 UTC als historische Bezugspunkte.\n- Markiere den von SWPC gemeldeten Beginn der G3-Bedingungen, ungefähr ab 1758 UTC am 10. Oktober.\n- Notiere am 11. Oktober die eigenen Anfangs- und Endzeiten, statt anzunehmen, dass das vorhergesagte Maximum mit den lokalen Funkbedingungen zusammenfällt.\n- Führe dieselben Prüfungen bis zum 12. Oktober fort, für den NOAA weiterhin zusätzlichen CME- und Hochgeschwindigkeitsstrom-Einfluss zuließ.\n- Halte mindestens ein oder zwei Tage nach der Störung eine ruhige Vergleichsphase fest, denn die Erholung kann ebenso aufschlussreich sein wie der erste Einbruch.\n\n Datumsangaben ersetzen keine Daten. NOAA aktualisiert Vorhersagen, sobald Messungen des Sonnenwinds eintreffen. Verwende daher die jeweils aktuelle offizielle Warnung und Vorhersage. Eine spätere Aktualisierung kann den erwarteten Kp-Bereich ändern, ohne die Aufzeichnung der eigenen Station ungültig zu machen.\n\n ## Was auf den Bändern zu erwarten ist\n\n Es gibt keine allgemeingültige Regel „G3 bedeutet, Band X zu benutzen“. Das Ergebnis hängt von geografischer Breite, Ortszeit, Pfadgeometrie, Antennenwirkungsgrad, Rauschen und Ausrichtung des Magnetfelds ab. Die aktuelle Hintergrundprognose liefert dennoch sinnvolle Prioritäten für den Betrieb.\n\n Der am 11. Oktober veröffentlichte Ausbreitungsbericht der RSGB beschrieb 21 MHz als einigermaßen gut, während 24 MHz zeitweise verfügbar war. 80 Meter hatte sich bei jüngsten britischen Wettbewerben als nützlich erwiesen. Außerdem wurde ein Anstieg des solaren Fluxes von 92 auf 113 am 7. Oktober sowie für die folgende Woche ein Bereich von ungefähr 90 bis 105 genannt. Diese Werte deuten auf eine gemischte herbstliche HF-Lage hin, nicht auf eine einheitlich offene oder geschlossene Bandlandschaft.\n\n Behandle 20 Meter als Referenzband und nicht als sicheren Gewinner. Es bietet oft einen brauchbaren Kompromiss zwischen Tages- und Nachtversorgung, kann sich in einer gestörten Ionosphäre aber rasch verändern. Nutze 40 und 80 Meter für niederfrequente Vergleiche, wenn das lokale Rauschen es erlaubt. Die längeren Wellen können für regionale und nächtliche Pfade nützlich bleiben, wenn höhere Bänder entfernte Verbindungen verlieren; Absorption und Störungen können das Ergebnis jedoch weiterhin bestimmen.\n\n Prüfe 17 und 15 Meter als mittleren Bereich. Diese Bänder können Öffnungen behalten, die 10 Meter verliert, besonders wenn Sonnenbeleuchtung und Geometrie sie unterstützen. 10 Meter sollte geprüft werden, wenn eine Öffnung erwartet wird, dabei müssen Zeit und Richtung notiert werden. Ein einzelner nächtlicher Scan ohne Aktivität belegt keinen Sturmschaden; er kann schlicht den normalen Tageszyklus widerspiegeln.\n\n Für 6 Meter und höhere Frequenzen dürfen HF-Erwartungen nicht mechanisch übertragen werden. Die Mechanismen und Pfadgelegenheiten unterscheiden sich. Das lokale Ausbleiben von Aktivität sagt wenig aus, sofern nicht eine bekannte Bake, eine koordinierte Beobachtergruppe oder eine vorhersehbare Öffnung als Vergleich vorhanden ist. Das Prinzip der sauberen Aufzeichnung bleibt gleich: feste Zeit, feste Ausrüstung, bekannte Referenzsignale und wiederholte Beobachtungen.\n\n ## Ein kompakter Betriebsplan für den 11. und 12. Oktober\n\n Wer nur eine Stunde hat, kann einen rotierenden Empfangsplan verwenden. Je 15 Minuten entfallen auf 20, 17, 15 und 10 Meter; später werden die interessantesten zwei Bänder zu denselben UTC-Zeiten erneut geprüft. Für jedes Band werden Decodierzahl, ungefährer Medianbericht, dauerhaft stärkste Signale, Verteilung nach Großfeld oder Region und Rauschpegel notiert. Ein Screenshot darf der Illustration dienen; die zugrunde liegende Aufzeichnung bleibt der Beleg.\n\n Wer mehrere Stunden zur Verfügung hat, ergänzt einen zweiten Block auf 40 und 80 Metern und lässt gegebenenfalls einen festen WSPR-Plan laufen. Während des Beobachtungsfensters sollten keine Geräteänderungen vorgenommen werden. Ist eine Änderung unvermeidlich, wird ihre genaue Zeit markiert und ein neuer Vergleichsblock begonnen.\n\n Für Operatoren, die Sprachfunk oder CW bevorzugen, funktioniert dieselbe Methode mit bekannten Baken, geplanten Netzen und wiederholbaren Skeds. Notiere, ob das Signal lesbar war, wie sich das S-Meter ungefähr verhielt, wie stark das Fading war, wie die Audioqualität ausfiel und ob der andere Operator dieselbe Veränderung meldete. Ein S-Meter-Wert ist keine absolute Feldstärkemessung; seine Kalibrierung unterscheidet sich stark. Für den Vergleich innerhalb derselben Station ist er dennoch brauchbar.\n\n Liegt der Betrieb nahe an einem Wettbewerb oder einem stark belegten FT8-Abschnitt, kann die Aktivität selbst ein Störfaktor sein. Vermerke, ob das Band voll war, und führe den Vergleich nach Möglichkeit in einem ruhigeren, aber zulässigen Bereich des üblichen Betriebssegments durch. Bandplan und Lizenzbestimmungen gelten unverändert. Weltraumwetter rechtfertigt weder Betrieb außerhalb der eigenen Rechte noch das Ignorieren von Störungsmeldungen.\n\n ## Ausbreitungsschaden und Stationsproblem unterscheiden\n\n Ein Ausbreitungseffekt zeigt sich normalerweise als Muster. Mehrere unabhängige Stationen werden schwerer hörbar, Pfade in einer bestimmten Richtung verändern sich oder mehrere Bänder zeigen eine zeitlich passende Verschiebung. Ein Stationsfehler erscheint häufiger als lokale Unstimmigkeit: Der Rauschpegel ändert sich nach dem Bewegen eines Kabels, nur Sendemeldungen verschwinden, nur ein Antennenanschluss ist betroffen oder ein zweiter Empfänger hört Signale, die der Hauptempfänger nicht hört.\n\n Führe die Prüfungen in dieser Reihenfolge aus:\n\n 1. Zeitsynchronisation, Radiofrequenz, Betriebsart, Audioführung und Empfängerverstärkung prüfen.\n2. Mit derselben Antenne ein bekanntes lokales oder regionales Signal abhören, das vorhanden sein sollte.\n3. Ein zweites Band vergleichen, ohne Speiseleitung oder Antennenschalter zu berühren.\n4. Wenn möglich, einen zweiten Empfänger oder WebSDR vergleichen; dabei bleiben die örtlichen Bedingungen des entfernten Empfängers zu berücksichtigen.\n5. Leistung, SWR-Anzeige, Stecker und Speiseleitung erst prüfen, wenn dies sicher möglich ist. Niemals bei gefährlichem Wetter aufsteigen, Außenleiter anfassen oder in der Nähe einer Antenne arbeiten.\n6. Die Daten mit öffentlichen Meldungen verschiedener Standorte vergleichen, nicht mit einem einzelnen Screenshot.\n\n Ein sturmbedingter Rückgang der Meldungen über mehrere entfernte Empfänger ist plausibel. Ein plötzlicher vollständiger Verlust eigener Sendemeldungen bei unverändertem Empfang verdient eine Geräteprüfung. Ein hoher SWR-Alarm, ein heißer Stecker oder ein intermittierendes Relais ist kein Ausbreitungsphänomen. Wenn Geräte unsicher oder überhitzt wirken, muss der Sendebetrieb beendet werden.\n\n ## Ergebnisse ohne Übertreibung auswerten\n\n Am Ende des Ereignisses sollte die Schlussfolgerung zur Qualität der Evidenz passen. „Zwischen 1800 und 2100 UTC sank mein FT8-Medianbericht auf 20 Metern um 4 dB, während die Zahl eindeutiger Großfelder auf die Hälfte fiel; 40 Meter blieb stabil, Empfänger- und Uhreinstellungen waren unverändert“ ist eine belastbare Stationsnotiz. „Der CME hat 20 Meter getötet“ ist es nicht.\n\n Halte auch fest, was sich nicht bestimmen lässt. Die Station kann einen regionalen statt eines globalen Effekts zeigen. Das Ereignis kann mit einem Wettbewerb, einer lokalen Störquelle, einer veränderten Antennenumgebung oder einem Softwareupdate zusammenfallen. Öffentliche Meldungsnetze sind wertvoll, aber unvollständig; sie bevorzugen aktive, verbundene und korrekt meldende Operatoren.\n\n Der wichtigste Gewinn kann eine verbesserte Stationsreferenz sein. Vielleicht zeigt sich, dass die 20-Meter-Antenne eine moderate Störung übersteht, aber flache Pfade verliert; dass 40 Meter am Abend zuverlässiger wird; oder dass die Uhrendrift der Station die FT8-Leistung bereits vor der Ionosphäre begrenzt. Solche Ergebnisse bleiben nach dem Oktobereignis nützlich und sind handlungsrelevanter als die allgemeine Notiz „Bedingungen schlecht“.\n\n ## Die praktische Konsequenz\n\n NOAAs Vorhersage vom 11. Oktober beschreibt eine anhaltende, wechselnde Störung: G3-Bedingungen waren am 10. Oktober bereits beobachtet worden, während am 11. und 12. Oktober weiterhin G1- bis G2-Aktivität möglich war und zusätzliche Effekte folgen konnten. Die richtige Reaktion besteht nicht darin, höhere Bänder aufzugeben oder nach einer einzelnen ruhigen Phase hektisch die Antenne zu verändern. Halte die Station stabil, protokolliere UTC-Zeiten, vergleiche mehrere Bänder, bewahre FT8- und WSPR-Daten auf und trenne Empfangs- von Sendeevidenz.\n\n Nutze das Ereignis, um eine enge Frage über die eigene Station zu beantworten: Welche Pfade werden zuerst schwächer, welche Bänder bleiben brauchbar und wie lange dauert die Erholung nach dem offiziellen Störungsmarker? Diese Frage können die eigenen Logs beantworten. Die Vorhersage liefert den Kontext; disziplinierte Beobachtungen liefern den Teil, der zum Operator gehört.\n\n Dieser Artikel verwendet die am 11. Oktober 2026 verfügbaren Informationen von NOAA und RSGB. Weltraumwetterwarnungen und Betriebsbedingungen können sich im Tagesverlauf ändern. Prüfe vor dem Betrieb die aktuellen SWPC-Produkte und halte die in der eigenen Rechtsordnung geltenden Regeln zu Frequenz, Leistung, unbeaufsichtigtem Betrieb und HF-Exposition ein.\n\n ## Quellen\n\n Die faktische Einordnung stützt sich auf die NOAA-Mitteilungen zu den erwarteten G3- und G2-Bedingungen, die NOAA-SWPC-Drei-Tage-Prognosen vom 11. Oktober 2026 sowie die Erläuterung der NOAA-Weltraumwetterskalen. Für den Ausbreitungskontext wurde der RSGB-Bericht „Propagation News – 11 October 2026“ herangezogen; ergänzend wurde das W1AW-Propagation-Forecast-Bulletin 40 der ARRL berücksichtigt. Die im Text genannten Zeiten, Kp-, nT-, Flare-, Wahrscheinlichkeits- und Fluxwerte beziehen sich auf diese angegebenen Quellen und den dort beschriebenen Kenntnisstand.","available_translations":[{"language":"ar","title":"عاصفة G3 ضربت بالفعل: كيف تستخدم FT8 وWSPR لقياس تعافي HF في 11 أكتوبر","html_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=ar","markdown_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.md?lang=ar","json_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.json?lang=ar","api_url":"https://publicasta.com/api/public/v1/channels/ham_radio_diy_electronics/articles/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=ar"},{"language":"de","title":"Ein G3-Sturm ist bereits eingetroffen: Mit FT8 und WSPR die HF-Erholung am 11. Oktober messen","html_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=de","markdown_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.md?lang=de","json_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.json?lang=de","api_url":"https://publicasta.com/api/public/v1/channels/ham_radio_diy_electronics/articles/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=de"},{"language":"en","title":"A G3 Storm Has Already Hit: How to Use FT8 and WSPR to Measure the October 11 HF Recovery","html_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=en","markdown_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.md?lang=en","json_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.json?lang=en","api_url":"https://publicasta.com/api/public/v1/channels/ham_radio_diy_electronics/articles/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=en"},{"language":"es","title":"La tormenta G3 ya ha llegado: cómo usar FT8 y WSPR para medir la recuperación de HF del 11 de octubre","html_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=es","markdown_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.md?lang=es","json_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.json?lang=es","api_url":"https://publicasta.com/api/public/v1/channels/ham_radio_diy_electronics/articles/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=es"},{"language":"fr","title":"Une tempête G3 a déjà frappé : mesurer la reprise HF du 11 octobre avec FT8 et WSPR","html_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=fr","markdown_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.md?lang=fr","json_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.json?lang=fr","api_url":"https://publicasta.com/api/public/v1/channels/ham_radio_diy_electronics/articles/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=fr"},{"language":"pl","title":"Burza G3 już nadeszła: jak użyć FT8 i WSPR do pomiaru poprawy propagacji HF 11 października","html_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=pl","markdown_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.md?lang=pl","json_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.json?lang=pl","api_url":"https://publicasta.com/api/public/v1/channels/ham_radio_diy_electronics/articles/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=pl"},{"language":"ru","title":"Шторм G3 уже достиг Земли: как с помощью FT8 и WSPR измерить восстановление КВ 11 октября","html_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=ru","markdown_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.md?lang=ru","json_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.json?lang=ru","api_url":"https://publicasta.com/api/public/v1/channels/ham_radio_diy_electronics/articles/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=ru"},{"language":"zh","title":"G3 地磁暴已经到来：用 FT8 和 WSPR 测量 10 月 11 日 HF 恢复情况","html_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=zh","markdown_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.md?lang=zh","json_url":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.json?lang=zh","api_url":"https://publicasta.com/api/public/v1/channels/ham_radio_diy_electronics/articles/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=zh"}],"_links":{"self":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.json?lang=de","api":"https://publicasta.com/api/public/v1/channels/ham_radio_diy_electronics/articles/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=de","html":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=de","canonical":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test?lang=de","markdown":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.md?lang=de","json":"https://publicasta.com/ham_radio_diy_electronics/october_11_2026_g3_cme_ft8_propagation_test.json?lang=de","channel":"https://publicasta.com/api/public/v1/channels/ham_radio_diy_electronics","channel_articles":"https://publicasta.com/api/public/v1/channels/ham_radio_diy_electronics/articles","search":"https://publicasta.com/api/public/v1/search","documentation":"https://publicasta.com/api-docs#reading-publicasta","openapi":"https://publicasta.com/api-docs/openapi.json","llms":"https://publicasta.com/llms.txt"}}