Codeberg zieht eine Linie gegen vibe-coded Open Source
Die unabhängige FLOSS-Forge will keine Nutzerdaten für LLMs verwenden und geht gegen Projekte vor, die überwiegend durch heavy LLM use entstehen.
Codeberg zieht eine ungewohnt klare Grenze zwischen Open Source als Lizenzmodell und freier Software als menschlicher Zusammenarbeit.
Am 23. Juli veröffentlichte Codeberg e.V. zwei Mitgliederbeschlüsse zu LLMs. Der erste: Forge und zugehörige Dienste nutzen Projekt- und Nutzerdaten nicht zum Training generativer KI. Der zweite ändert die Terms of Use gegen "vibe-coded projects", also Projekte, die überwiegend durch heavy use of LLMs entstehen oder gepflegt werden.

Codeberg ist nicht GitHub. Es ist kleiner, gemeinschaftlich betrieben und im FLOSS/Forgejo-Umfeld verankert. Genau deshalb zählt die Entscheidung. Große Plattformen verkaufen KI meist als Produktivitätsschicht. Codeberg fragt, ob eine spendenfinanzierte Forge Repositories hosten soll, die zwar offen lizenziert sind, aber kaum menschliche Pflege haben.
Der strittige Beschluss erhielt 358 Zustimmungen, 144 Ablehnungen und 14 Enthaltungen bei rund 50% Beteiligung der active members. Codeberg betont, dass es keine sofortige Massenlöschung geben soll. Aktive Projekte, solche mit pre-LLM history oder einzelne angenommene LLM-generated contributions sind wohl nicht betroffen, solange das Projekt nicht auf heavy LLM use beruht.
Warum das nicht nur Ideologie ist
Codeberg nennt auch Infrastrukturkosten: Crawlers, die Code für LLM-Training einsammeln wollen, erzeugen teure Datenbankabfragen. Dazu kommen Storage, CI/CD und Release-Artefakte von Projekten, die wie große Community-Projekte aussehen, aber kaum echte Nutzer haben.
Der zweite Punkt ist Vertrauen. Maintainer müssen LLM-generierte Patches prüfen, die sauber wirken und trotzdem viel Review-Zeit kosten. Codeberg nennt außerdem license laundering, wenn Copyleft-Code über Modelloutput ohne klare Pflichten zurückkommt.
Das Problem der Grenze
"Vibe-coded" ist schwer messbar. KI kann Tests, Doku, Autocomplete, Refactors oder fast die ganze Implementierung liefern. Das sieht man nicht immer im Diff. Kritiker fürchten daher selektive Moderation und moralisches Gatekeeping.
Für Maintainer heißt das: Eine AI contribution policy gehört inzwischen in CONTRIBUTING.md. Erlaubnis, Disclosure, Erklärbarkeit, Tests, Copyright, Security und Maintainability sollten vor dem ersten Streit geklärt sein. Codeberg wählt die human-first Forge. Andere Plattformen werden andere Regeln wählen.
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